| 0 | 1,2-Dichlorethan | 1,2-Dichlorethan ist ein chlorierter Kohlenwasserstoff und industrieller Lösungsmittel-/Chemikalienrohstoff. Im Trinkwasser ist es ein unerwünschter Schadstoff. | Vor allem durch Industrieeinträge, Altlasten, undichte Anlagen, kontaminierte Böden oder belastetes Grundwasser. Es ist also kein natürlicher Wasserinhaltsstoff. | 1,2-Dichlorethan gilt als gesundheitlich kritisch und wird mit krebserzeugendem Potenzial in Verbindung gebracht. Es hat im Trinkwasser keinen Nutzen und sollte möglichst nicht vorkommen. | Aktivkohle: sehr relevant, da es ein organischer chlorierter Stoff ist.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | n der deutschen Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert bei 0,0030 mg/l, also 3 µg/l. |
| 1 | 1.2-Dichlorethan | ist ein chlorierter Kohlenwasserstoff und industrieller Lösungsmittel-/Chemikalienrohstoff. | Vor allem durch Industrieeinträge, Altlasten, undichte Anlagen, kontaminierte Böden oder belastetes Grundwasser. | 1,2-Dichlorethan gilt als gesundheitlich kritisch und wird mit krebserzeugendem Potenzial in Verbindung gebracht. | Aktivkohle: sehr relevant, da es ein organischer chlorierter Stoff ist.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | 0,0030 mg/l, also 3 µg/l. Für einzelne PSM gilt meist 0,00010 mg/l, also 0,1 µg/l. |
| 2 | Acesulfam | Acesulfam, meist Acesulfam-K, ist ein künstlicher Süßstoff. Er wird in Lebensmitteln, Getränken, Light-Produkten und Nahrungsergänzungen eingesetzt. Im Trinkwasser ist er ein unerwünschter Spurenstoff. | Vor allem über den menschlichen Konsum. Acesulfam wird ausgeschieden und gelangt über Abwasser, Kläranlagen, Flüsse, Uferfiltrat und Grundwasser in den Wasserkreislauf. Weil es sehr stabil und mobil ist, wird es häufig als Indikator für Abwassereinfluss genutzt. Das Umweltbundesamt stuft Acesulfam als persistent, sehr mobil und regelmäßig in Oberflächenwasser, Rohwasser sowie Trinkwasser nachweisbar ein. | Acesulfam hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Laut Umweltbundesamt besteht derzeit durch Süßstoff-Rückstände kein gesundheitliches Risiko für Menschen, trotzdem wurden Acesulfam-K und Sucralose als relevante Spurenstoffe eingestuft, weil sie Gewässer und Trinkwasser belasten. | Umkehrosmosemembran: relevant zur Reduktion vieler gelöster Spurenstoffe.
Nanofiltration: je nach Membran möglich. | False | Für Acesulfam gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. In fachlichen Bewertungen wird jedoch ein UBA-Trinkwasser-Leitwert von 10 µg/l genannt. |
| 3 | Acrylamid
| Acrylamid ist eine chemische Verbindung, die vor allem als Ausgangsstoff für Polyacrylamide verwendet wird. Polyacrylamide können in der Wasseraufbereitung als Flockungs- oder Hilfsmittel eingesetzt werden. | industrielle Einträge, Produktion und Verwendung von Polymeren. | gilt als gesundheitlich problematisch | Umkehrosmosemembran: ist die sinnvollste Haushaltstechnik, wenn man möglichst breit gelöste organische und anorganische Stoffe reduzieren möchte. Aktivkohle kann viele organische Stoffe adsorbieren. Bei Acrylamid ist die Wirksamkeit aber weniger einfach zu garantieren, weil Acrylamid sehr gut wasserlöslich und relativ klein ist. | True | 0,00010 mg/l, also 0,1 µg/l. |
| 4 | Aluminium | Aluminium ist ein Metall, das natürlich in Böden und Gesteinen vorkommt. In der Wasseraufbereitung können Aluminiumsalze außerdem als Flockungsmittel eingesetzt werden. | Durch natürliche Gesteins- und Bodenschichten, durch Wasseraufbereitung mit Aluminiumsalzen oder durch bestimmte Materialien. Bei ungünstigem pH-Wert kann Aluminium leichter gelöst werden. | Aluminium hat im Trinkwasser keinen gewünschten Nutzen. Erhöhte Werte können auf Probleme bei der Aufbereitung, pH-Wert oder Trübung hinweisen. Gesundheitlich wird Aluminium vorsorglich niedrig gehalten, besonders bei dauerhafter Aufnahme. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion gelöster Metalle.
Aktivkohle: Aktivkohle ist nicht die erste Wahl; | True | 0,20 mg/l, also 200 µg/l. |
| 5 | Ammonium | Ammonium ist eine Stickstoffverbindung. Es entsteht beim Abbau organischer Stoffe und kann natürlich im Grundwasser vorkommen. Im Trinkwasser ist es vor allem ein Indikator für mögliche Belastungen oder Aufbereitungsprobleme. | Durch natürliche Abbauprozesse im Boden, aber auch durch Abwasser, Gülle, Landwirtschaft, undichte Klärgruben, Biofilme oder sauerstoffarme Grundwässer. | Ammonium ist nicht so akut kritisch wie Nitrit, kann aber ein Hinweis auf organische Verunreinigung oder hygienische Probleme sein. Außerdem kann es bei der Wasseraufbereitung stören, zum Beispiel bei der Desinfektion, und durch Bakterien zu Nitrit und Nitrat umgewandelt werden. | Umkehrosmosemembran: kann zur Reduktion beitragen.
Aktivkohle: normalerweise nicht zuverlässig für Ammonium. | True | 0,50 mg/l. |
| 6 | Antimon
| Antimon ist ein Halbmetall. Es kommt natürlich in Gesteinen vor, wird aber auch technisch verwendet, zum Beispiel in Legierungen, Kunststoffen, Flammschutzmitteln oder bestimmten Materialien. | Antimon kann durch natürliche Gesteins- und Bodenschichten, aber auch durch Industrie, Altlasten, Bergbau, Abwässer oder Materialien mit Wasserkontakt ins Trinkwasser gelangen. | Bei dauerhaft erhöhter Aufnahme kann es gesundheitlich problematisch sein, unter anderem für Magen-Darm-Trakt, Leber und Stoffwechsel. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion gelöster Halbmetalle und Ionen.
Aktivkohle: normalerweise nicht die erste Wahl für gelöstes Antimon. | True | aktuell bei 0,010 mg/l, also 10 µg/l. Ab 12. Januar 2028 gilt ein strengerer Grenzwert von 0,005 mg/l, also 5 µg/l. |
| 7 | Arsen | Arsen ist ein natürlich vorkommendes Halbmetall. Im Trinkwasser ist es ein unerwünschter Schadstoff und hat keinen Nutzen für den Körper. | Vor allem durch natürliche Gesteins- und Bodenschichten ins Grundwasser. Zusätzlich kann Arsen durch Bergbau, Industrie, Altlasten, Abwässer oder belastete Böden ins Wasser gelangen. | Arsen ist gesundheitlich sehr kritisch. Bei dauerhafter Aufnahme kann es unter anderem Nieren, Leber, Haut, Nervensystem und Herz-Kreislauf-System belasten. Bestimmte Arsenverbindungen gelten außerdem als krebserregend. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion von gelöstem Arsen. Aktivkohle: normale Aktivkohle ist für Arsen meist nicht zuverlässig genug. | True | 0,010 mg/l, also 10 µg/l. |
| 8 | Benzo(a)pyren | Benzo(a)pyren ist ein polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff – kurz PAK. Es entsteht vor allem bei unvollständiger Verbrennung von organischem Material und gilt als besonders kritischer Vertreter dieser Stoffgruppe. | Mögliche Quellen sind Altlasten, Industrie, Abgase, Ruß, Teer, belastete Böden oder alte teerhaltige Materialien. Im Trinkwasserbereich kann es auch durch bestimmte alte Beschichtungen oder Materialien mit Wasserkontakt relevant werden. | Benzo(a)pyren gilt als krebserregend und hat im Trinkwasser keinen Nutzen. | Aktivkohle: sehr relevant, da Benzo(a)pyren ein organischer, hydrophober Stoff ist und gut adsorbiert werden kann.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | 0,000010 mg/l, also 0,01 µg/l. |
| 9 | Benzol | ein leichtflüchtiger aromatischer Kohlenwasserstoff. Es kommt vor allem aus Kraftstoffen, Industrie, Lösungsmitteln, Altlasten und Abgasen | Meist durch Umwelt- oder Industrieeinträge, zum Beispiel durch undichte Tanks, Mineralöl-/Kraftstoffbelastungen, Altlasten oder kontaminiertes Grundwasser. | ls gesundheitlich sehr kritisch, insbesondere wegen seiner krebserzeugenden Wirkung. | Aktivkohle: sehr relevant, weil Benzol ein organischer, hydrophober Stoff ist und gut adsorbiert werden kann.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen, besonders in Kombination mit Aktivkohle. | True | 0,001 mg/l, also 1 µg/l |
| 10 | Bisphenol A | Bisphenol A, kurz BPA, ist eine Industriechemikalie, die unter anderem in Kunststoffen, Epoxidharzen und Beschichtungen verwendet wurde bzw. wird. | Vor allem über Materialien mit Wasserkontakt, zum Beispiel bestimmte Kunststoffbauteile, Innenbeschichtungen von Leitungen, Behältern oder Epoxidharz-Beschichtungen. Besonders bei Warmwasser kann die Abgabe aus Materialien erhöht sein. | BPA hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es gilt als gesundheitlich unerwünscht, weil es als endokrin wirksamer Stoff hormonähnliche Effekte haben kann. Deshalb wurde der Grenzwert in der Trinkwasserverordnung deutlich verschärft. | Aktivkohle: sehr relevant, da BPA ein organischer Stoff ist und gut adsorbiert werden kann.
Umkehrosmosemembran: kann BPA zusätzlich sehr gut reduzieren. | True | In der deutschen Trinkwasserverordnung gilt seit 12. Januar 2024 ein Grenzwert von 0,0025 mg/l, also 2,5 µg/l. |
| 11 | Blei | Blei ist ein Schwermetall | Vor allem durch alte Bleileitungen, alte Hausinstallationen, Lötstellen oder bestimmte Armaturen. Besonders kritisch ist Stagnationswasser, also Wasser, das längere Zeit in der Leitung stand, zum Beispiel über Nacht. | Neurotoxisch, kann das Nervensystem schädigen, besonders bei Kindern. Blei kann vor allem das Nervensystem, die Blutbildung und die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen. Besonders sensibel sind Säuglinge, Kinder und Schwangere. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion von gelöstem Blei.
Spezielle Aktivkohle/Blockaktivkohle: kann Blei reduzieren, wenn dafür geprüft bzw. ausgelegt. | True | Der aktuelle Grenzwert liegt bei 0,010 mg/l, also 10 µg/l. Ab dem 12. Januar 2028 gilt ein strengerer Grenzwert von 0,005 mg/l, also 5 µg/l. |
| 12 | Bor | ein natürlich vorkommendes Halbmetall bzw. Spurenelement. Im Wasser liegt es meist als Borsäure oder Borat vor. | kann natürlich aus Gestein und Böden ins Grundwasser gelangen. Weitere Quellen sind Industrie, Abwässer, Wasch- und Reinigungsmittel, Düngemittel oder Meerwassereinfluss. | Zu hohe Mengen können gesundheitlich problematisch sein, vor allem bei dauerhafter Aufnahme. Deshalb wird Bor reguliert. | Umkehrosmosemembran: grundsätzlich geeignet, aber Bor ist anspruchsvoll. Die Rückhaltung hängt stark vom pH-Wert, der Membran und der Anlagenqualität ab. | True | 1,0 mg/l. |
| 13 | Bromat | ein unerwünschtes Oxidations- bzw. Desinfektionsnebenprodukt und kann bei bestimmten Aufbereitungsverfahren gebildet werden. | wenn bromidhaltiges Rohwasser mit Ozon behandelt wird. Dabei kann aus Bromid Bromat entstehen. Auch bestimmte Desinfektionsmittel können Bromat als Verunreinigung enthalten. | als mögliches Kanzerogen bewertet | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion gelöster Salze und Ionen wie Bromat.
Aktivkohle: gegen Bromat nur begrenzt bzw. nicht als alleinige sichere Lösung. | True | 0,010 mg/l, also 10 µg/l. |
| 14 | Bromdichlormethan | Bromdichlormethan ist ein Trihalogenmethan, kurz THM. Es gehört zu den unerwünschten Desinfektionsnebenprodukten. | Es entsteht vor allem, wenn Trinkwasser mit Chlor oder chlorhaltigen Desinfektionsmitteln behandelt wird und dabei organische Stoffe sowie Bromid im Wasser vorhanden sind. | Bromdichlormethan hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es wird gesundheitlich vorsorglich begrenzt, weil THM bei dauerhafter Aufnahme unerwünscht sind und toxikologisch relevant sein können. | Aktivkohle: sehr relevant, da THM organische Stoffe sind und gut adsorbiert werden können.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | Es gibt keinen separaten Einzelgrenzwert nur für Bromdichlormethan. Es zählt zur Summe der Trihalogenmethane. Der Grenzwert liegt bei 0,050 mg/l, also 50 µg/l, für die Summe aus Trichlormethan, Bromdichlormethan, Dibromchlormethan und Tribrommethan. |
| 15 | Cadmium | Cadmium ist ein Schwermetall und im Trinkwasser ein unerwünschter Schadstoff. | Mögliche Quellen sind Industrie, Bergbau, Altlasten, Düngemittel, belastete Böden, Korrosion von Materialien oder Verunreinigungen aus technischen Anlagen. | Cadmium kann sich im Körper anreichern und langfristig vor allem Nieren und Knochen belasten. Es gilt gesundheitlich als sehr kritisch und sollte im Trinkwasser möglichst nicht vorkommen. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion gelöster Schwermetalle.
Spezielle Aktivkohle / Adsorptionsmedien: können Cadmium reduzieren, wenn sie dafür ausgelegt und geprüft sind. | True | 0,0030 mg/l, also 3 µg/l. |
| 16 | Carbamazepin | Carbamazepin ist ein Arzneimittelwirkstoff, der unter anderem bei Epilepsie, Nervenschmerzen und bestimmten neurologischen Erkrankungen eingesetzt wird. Im Trinkwasser ist es ein unerwünschter Spurenstoff. | Vor allem über menschliche Ausscheidungen, Abwasser und Kläranlagen. Carbamazepin gilt als vergleichsweise persistent, wird in Kläranlagen oft nur schlecht abgebaut und kann deshalb in Gewässer, Grundwasser und vereinzelt auch Trinkwasser gelangen. Das Umweltbundesamt beschreibt Arzneimittelrückstände allgemein als Stoffe, die über Kläranlagen in Gewässer eingetragen werden können. | Carbamazepin hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Die möglichen Konzentrationen liegen normalerweise weit unter therapeutischen Dosen, trotzdem ist der Stoff unerwünscht, weil er biologisch aktiv und sehr stabil im Wasserkreislauf ist. | Aktivkohle: sehr relevant für viele organische Arzneimittelrückstände.
Umkehrosmosemembran: breit wirksam gegen viele gelöste Spurenstoffe. | False | Für Carbamazepin gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Es gehört nicht zu den regulären chemischen Pflichtparametern der Anlage 2 |
| 17 | Chlorat | Chlorat ist ein Desinfektionsnebenprodukt. Es kann entstehen, wenn Trinkwasser mit Chlor, Chlordioxid oder hypochlorithaltigen Mitteln desinfiziert wird. Es ist kein gewünschter Inhaltsstoff, sondern ein Nebenprodukt der Aufbereitung. | Vor allem durch Desinfektionsmittel und deren Lagerung oder Zerfall. Besonders bei Natriumhypochlorit kann Chlorat entstehen, wenn das Mittel zu lange, zu warm oder falsch gelagert wird. | Chlorat kann bei zu hoher Aufnahme gesundheitlich unerwünscht sein, insbesondere wegen möglicher Effekte auf Schilddrüse und Blutbildung. Deshalb wird es begrenzt und überwacht. | Umkehrosmosemembran: relevant zur Reduktion gelöster Ionen wie Chlorat.
Aktivkohle: nicht zuverlässig als alleinige Lösung für Chlorat. | True | 0,070 mg/l, also 70 µg/l. |
| 18 | Chlorit | Chlorit ist ein Desinfektionsnebenprodukt. Es entsteht vor allem, wenn Trinkwasser mit Chlordioxid desinfiziert wird. Im Trinkwasser ist Chlorit kein gewünschter Inhaltsstoff, sondern ein kontrollpflichtiger Nebenstoff. | Hauptsächlich durch den Einsatz von Chlordioxid in der Wasseraufbereitung. Dabei können Chlorit und Chlorat als Nebenprodukte entstehen. | Chlorit kann bei zu hoher Konzentration gesundheitlich unerwünscht sein und steht vor allem im Zusammenhang mit Belastungen von Blut, Schilddrüse und oxidativem Stress. Deshalb wird es begrenzt und überwacht. | Umkehrosmosemembran: relevant zur Reduktion gelöster Ionen wie Chlorit.
Aktivkohle: kann je nach Material und Kontaktzeit zur Reduktion beitragen, ist aber nicht immer als alleinige Lösung sicher. | True | 0,20 mg/l, also 200 µg/l. |
| 19 | Chrom | ein Metall bzw. Spurenelement. Im Wasser ist besonders wichtig zu unterscheiden zwischen Chrom(III) und Chrom(VI). Chrom(III) ist deutlich weniger kritisch, während Chrom(VI) gesundheitlich problematisch und als krebserregend eingestuft wird. | kann natürlich aus Gestein und Böden ins Grundwasser gelangen. Weitere Quellen sind Industrie, Altlasten, Metallverarbeitung, Gerbereien, Korrosionsschutz, Farben/Pigmente oder belastete Böden. | Vor allem Chrom(VI) ist kritisch, weil es toxikologisch deutlich relevanter ist als Chrom(III). wird als krebserregend eingestuft | Umkehrosmosemembran, Aktivkohle: nicht die erste Wahl für gelöstes Chrom; Wirksamkeit hängt stark von Wasserchemie und Filtermaterial ab. | True | 0,025 mg/l, also 25 µg/l. Ab dem 12. Januar 2030 sinkt der Grenzwert auf 0,005 mg/l, also 5 µg/l. |
| 20 | Coliforme Bakterien | Coliforme Bakterien sind eine Gruppe von Bakterien, die in der Umwelt, im Boden, auf Pflanzen, aber auch im Darm von Menschen und Tieren vorkommen können. Im Trinkwasser sind sie ein wichtiger Hygiene- und Indikatorparameter. | Mögliche Ursachen sind undichte Leitungen, Biofilm, Stagnation, Oberflächenwasser, Brunnenverunreinigung, Rohrarbeiten, Abwasser- oder Fäkaleinträge sowie hygienische Probleme in der Wasserversorgung. | Coliforme Bakterien bedeuten nicht automatisch, dass Krankheitserreger vorhanden sind. Ihr Nachweis zeigt aber, dass eine Verunreinigung oder hygienische Schwachstelle möglich ist. Deshalb muss die Ursache geklärt werden. | Aktivkohleblock mit sehr feinen Poren halten Bakterien zurück. Umkehrosmosemembran: hält Bakterien grundsätzlich zurück | True | In der deutschen Trinkwasserverordnung gilt für coliforme Bakterien: 0/100 ml. Sie dürfen im Trinkwasser also nicht nachweisbar sein. Bei Trinkwasser in verschlossenen Behältnissen gilt 0/250 ml. |
| 21 | Cyanid | st eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Stickstoff. Besonders problematisch ist freies Cyanid, weil es hochgiftig sein kann. | Meist durch Industrieeinträge, Galvanik, Metallverarbeitung, Bergbau, Altlasten, Abwässer oder chemische Produktionsprozesse. | Cyanid kann die Sauerstoffverwertung in den Zellen blockieren und ist deshalb toxikologisch sehr kritisch. | Umkehrosmosemembran: geeignet zur Reduktion gelöster Ionen und kleiner gelöster Stoffe. Aktivkohle: nicht als alleinige sichere Standardlösung für Cyanid. | True | 0,050 mg/l, also 50 µg/l. |
| 22 | Diatrizoat | Diatrizoat, auch Amidotrizoesäure, ist ein iodiertes Röntgenkontrastmittel. Es wird bei medizinischen Bildgebungsverfahren eingesetzt, damit Strukturen im Körper besser sichtbar werden. | Nach der Untersuchung wird Diatrizoat größtenteils wieder ausgeschieden. Es gelangt über Abwasser und Kläranlagen in Flüsse, Uferfiltrat, Grundwasser und teilweise auch ins Trinkwasser. Iodierte Röntgenkontrastmittel werden vom Umweltbundesamt als mobile und persistente Spurenstoffe beschrieben. | Diatrizoat hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist vor allem problematisch, weil es sehr wasserlöslich, mobil und persistent ist. Es gilt weniger als akutes Gesundheitsrisiko in typischen Spurenkonzentrationen, sondern eher als Hinweis auf Abwassereinfluss und schwer entfernbare medizinische Spurenstoffe. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant, weil Diatrizoat gelöst und mobil vorliegt. Aktivkohle: kann je nach Kohletyp, Kontaktzeit und Wasserchemie wirken, ist bei sehr polaren Röntgenkontrastmitteln aber nicht immer zuverlässig. | False | Für Diatrizoat gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Fachlich wird häufig ein gesundheitlicher Orientierungswert von 1,0 µg/l für iodierte Röntgenkontrastmittel bzw. Diatrizoat genannt. |
| 23 | Diazepam | Diazepam ist ein Arzneimittelwirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine. Es wird unter anderem beruhigend, angstlösend, muskelentspannend und krampflösend eingesetzt. Im Trinkwasser ist es ein unerwünschter Arzneimittel-Spurenstoff. | Vor allem über menschliche Ausscheidungen, Abwasser und Kläranlagen. Arzneimittelrückstände können laut Umweltbundesamt über Kläranlagen in Gewässer eingetragen werden und dort als Spurenstoffe auftreten. | Diazepam hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Als biologisch aktiver Wirkstoff ist es im Wasserkreislauf unerwünscht. Mögliche Konzentrationen liegen in der Regel weit unter therapeutischen Dosen, trotzdem sind Arzneimittelrückstände aus Vorsorge- und Umweltsicht relevant. | Aktivkohle: relevant für viele organische Arzneimittelrückstände.
Umkehrosmosemembran: breit wirksam gegen viele gelöste Spurenstoffe. | False | Für Diazepam gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Es gehört nicht zu den regulären chemischen Pflichtparametern der Anlage 2 |
| 24 | Dibromchlormethan | Dibromchlormethan ist ein Trihalogenmethan, kurz THM. Es ist ein Desinfektionsnebenprodukt und entsteht nicht absichtlich, sondern bei der Wasserdesinfektion. | Es kann entstehen, wenn Wasser mit Chlor oder chlorhaltigen Desinfektionsmitteln behandelt wird und gleichzeitig organische Stoffe sowie Bromid im Wasser vorhanden sind. | Dibromchlormethan hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es gehört zu den unerwünschten Nebenprodukten der Desinfektion und wird gesundheitlich vorsorglich begrenzt. Relevant ist vor allem die dauerhafte Aufnahme über Trinkwasser. | Aktivkohle: sehr relevant, da THM organische Stoffe sind und gut adsorbiert werden können.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | Es gibt keinen separaten Einzelgrenzwert nur für Dibromchlormethan. Es zählt zur Summe der Trihalogenmethane. Der Grenzwert liegt bei 0,050 mg/l, also 50 µg/l, für die Summe aus Chloroform, Bromdichlormethan, Dibromchlormethan und Bromoform. |
| 25 | Diclofenac | Diclofenac ist ein häufig verwendeter Arzneimittelwirkstoff gegen Schmerzen und Entzündungen. Im Trinkwasser ist es ein unerwünschter Spurenstoff. | Vor allem über den menschlichen Gebrauch. Rückstände gelangen über Urin, Abwasser und Kläranlagen in Flüsse, Seen, Grundwasser und teilweise auch ins Trinkwasser. Das Umweltbundesamt nennt Diclofenac ausdrücklich als Arzneimittelwirkstoff, der in Gewässern und auch im Trinkwasser nachgewiesen wurde. | Für Menschen liegen die im Trinkwasser gefundenen Mengen meist weit unter therapeutisch wirksamen Dosen. Umweltseitig ist Diclofenac aber sehr relevant, weil es biologisch aktiv ist und Wasserorganismen schädigen kann. Das UBA beschreibt Diclofenac als einen der problematischen Arzneistoffe in Gewässern. | Aktivkohle: sehr relevant für viele organische Arzneimittelrückstände.
Umkehrosmosemembran: breit wirksam gegen viele gelöste Spurenstoffe. | | Für Diclofenac gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Es wird als Spurenstoff bewertet, nicht als Standardparameter. Fachlich werden Orientierungs- bzw. Leitwerte genutzt; in aktuellen Unterlagen wird für Diclofenac ein gesundheitlicher Leitwert von 1,75 µg/l genannt. |
| 26 | E. coli | Escherichia coli, kurz E. coli, ist ein Bakterium, das im Darm von Menschen und Tieren vorkommt. Im Trinkwasser ist E. coli ein sehr wichtiger Fäkalindikator. | Durch Abwasser, Fäkalien, Gülle, undichte Leitungen, Starkregen, Oberflächenwasser, Brunnenverunreinigung oder hygienische Probleme in der Wasserversorgung. | E. coli zeigt an, dass eine fäkale Verunreinigung möglich ist. Das bedeutet: Es könnten auch andere Krankheitserreger im Wasser sein. Ein Nachweis muss deshalb immer ernst genommen werden. | Aktivkohleblock mit sehr feinen Poren halten Bakterien zurück. Umkehrosmosemembran: hält Bakterien grundsätzlich zurück | True | n der deutschen Trinkwasserverordnung gilt für E. coli: 0/100 ml. Bei Wasser in verschlossenen Behältnissen gilt 0/250 ml. E. coli darf also im Trinkwasser nicht nachweisbar sein. |
| 27 | Eisen | Eisen ist ein natürlich vorkommendes Metall und ein wichtiges Spurenelement. Im Trinkwasser ist es meist kein akutes Gesundheitsproblem, kann aber technisch und optisch störend sein. | Vor allem durch eisenhaltige Gesteins- und Bodenschichten, Grundwasser, alte Leitungen, Korrosion oder Ablagerungen in der Installation. | Erhöhte Eisenwerte können zu rostbrauner Färbung, metallischem Geschmack, Trübung, Ablagerungen und Verfärbungen an Armaturen, Wäsche oder Sanitärflächen führen. Außerdem kann Eisen Biofilme und technische Probleme in Filtern, Leitungen oder Anlagen begünstigen. | Umkehrosmosemembran: kann Eisen reduzieren, sollte aber nicht direkt mit stark eisenhaltigem Wasser belastet werden, da die Membran zusetzen kann.
Aktivkohle: nicht die erste Wahl | True | 0,200 mg/l, also 0,2 mg/l. |
| 28 | Epichlorhydrin | Epichlorhydrin ist eine chemische Verbindung, die zur Herstellung bestimmter Kunstharze, Epoxidharze und Polymere verwendet wird. Im Trinkwasser ist es ein unerwünschter technischer Reststoff. | Vor allem über Materialien oder Aufbereitungsstoffe, die mit Trinkwasser in Kontakt kommen. Relevant sind mögliche Restmengen aus bestimmten Harzen, Beschichtungen oder Polymeren. | Epichlorhydrin gilt als gesundheitlich kritisch und wird sehr streng begrenzt. | Aktivkohle: relevant für viele organische Verbindungen, kann zur Reduktion beitragen.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion gelöster organischer Stoffe beitragen. | True | 0,00010 mg/l, also 0,1 µg/l. |
| 29 | Estradiol | Estradiol, genauer meist 17β-Estradiol, ist ein natürliches Östrogen-Hormon. Es kommt im menschlichen und tierischen Körper vor und ist biologisch sehr wirksam. | Vor allem über Ausscheidungen, Abwasser, Kläranlagen, Tierhaltung, Gülle, Oberflächenwasser und Uferfiltrat. Kläranlagen können hormonaktive Spurenstoffe nicht immer vollständig entfernen. | Estradiol hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist ein endokrin wirksamer Stoff, also hormonaktiv. Schon sehr geringe Konzentrationen können in der Umwelt relevant sein, besonders für Wasserorganismen und deren Fortpflanzung. | Aktivkohle: sehr relevant für viele organische hormonaktive Stoffe.
Umkehrosmosemembran: breit wirksam gegen viele gelöste Spurenstoffe. | False | Für Estradiol gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung derzeit keinen klassischen Einzelgrenzwert wie bei Nitrat oder Blei. Die EU hat Beta-Estradiol jedoch auf eine Beobachtungsliste für neu auftretende Stoffe gesetzt, die in der Trinkwasserversorgung genauer überwacht werden sollen. |
| 30 | Ethinylestradiol | Ethinylestradiol, auch 17α-Ethinylestradiol oder EE2, ist ein synthetisches Östrogen. Es wird vor allem in hormonellen Verhütungsmitteln eingesetzt. Im Trinkwasser ist es ein unerwünschter hormonaktiver Spurenstoff. | Vor allem über menschliche Ausscheidungen, Abwasser und Kläranlagen. Von dort kann es in Oberflächengewässer, Uferfiltrat, Grundwasser und in Spuren auch ins Trinkwasser gelangen. | Ethinylestradiol ist bereits in sehr niedrigen Konzentrationen biologisch wirksam. Besonders relevant ist es für Wasserorganismen, weil hormonaktive Stoffe Fortpflanzung und Entwicklung beeinflussen können. Das UBA nennt 17α-Ethinylestradiol neben Estradiol und Estron als hormonell wirksamen Stoff auf der EU-Watchlist für Gewässer. | Aktivkohle: sehr relevant für viele hormonaktive organische Spurenstoffe.
Umkehrosmosemembran: breit wirksam gegen viele gelöste Spurenstoffe. | False | Für Ethinylestradiol gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Es gehört nicht zu den regulären Standardparametern wie Nitrat, Blei oder PFAS. |
| 31 | Fluorchinolone | Fluorchinolone sind eine Gruppe von Antibiotika, zum Beispiel Ciprofloxacin, Levofloxacin, Ofloxacin oder Norfloxacin. Im Trinkwasser sind sie unerwünschte Arzneimittel-Spurenstoffe. | Vor allem über menschliche und tiermedizinische Anwendung, Ausscheidungen, Abwasser, Kläranlagen, Gülle, Landwirtschaft und Oberflächenwasser. Antibiotika können nach der Anwendung in die Umwelt gelangen und dort Organismen schädigen sowie Resistenzen fördern. | Fluorchinolone haben im Trinkwasser keinen Nutzen. Sie sind biologisch aktive Antibiotika und deshalb im Wasserkreislauf unerwünscht. Besonders relevant ist das Thema wegen möglicher Antibiotikaresistenzen und Effekten auf Mikroorganismen in der Umwelt. | Aktivkohle: relevant für viele organische Arzneimittelrückstände.
Umkehrosmosemembran: breit wirksam gegen viele gelöste Spurenstoffe. | False | Für Fluorchinolone gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Sie gehören nicht zu den klassischen chemischen Pflichtparametern der Anlage 2 |
| 32 | Fluorid | Fluorid ist ein natürlich vorkommender Mineralstoff bzw. ein Salz der Flusssäure. Es kann in kleinen Mengen natürlich im Wasser enthalten sein. | Vor allem durch Gestein und Bodenschichten, aus denen sich Fluorid ins Grundwasser lösen kann. In manchen Regionen ist der natürliche Fluoridgehalt höher. Industrielle Einträge sind ebenfalls möglich, aber seltener relevant. | Fluorid ist dosisabhängig zu bewerten. In kleinen Mengen kann es zur Kariesprophylaxe beitragen. Zu viel Fluorid kann jedoch problematisch sein, besonders bei Kindern, da es zu Dentalfluorose führen kann. Dabei entstehen Verfärbungen oder Veränderungen am Zahnschmelz. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion von Fluorid.
Aktivkohle: normalerweise nicht zuverlässig genug für Fluorid. | True | 1,5 mg/l. |
| 33 | Gadolinium | Gadolinium ist ein Metall aus der Gruppe der Seltenen Erden. Relevant im Wasser ist vor allem anthropogenes Gadolinium aus medizinischen MRT-Kontrastmitteln. | Nach einer MRT-Untersuchung werden gadoliniumhaltige Kontrastmittel größtenteils wieder ausgeschieden. Sie gelangen über Abwasser und Kläranlagen in Flüsse, Uferfiltrat, Grundwasser und teilweise auch ins Trinkwasser. Studien weisen anthropogenes Gadolinium aus MRT-Kontrastmitteln in Oberflächengewässern und auch in Leitungswasser nach. | Gadolinium hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Die medizinischen Kontrastmittel sind sehr stabil, wasserlöslich und persistent. Die gefundenen Spuren gelten meist nicht als akut gesundheitlich relevant, sind aber ein deutlicher Hinweis auf Abwassereinfluss und schwer entfernbare medizinische Spurenstoffe. | Umkehrosmosemembran: relevant, da gadoliniumhaltige Kontrastmittel gelöst und mobil vorliegen. Aktivkohle: bei vielen gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln nur begrenzt bzw. nicht zuverlässig, da sie sehr polar und stabil sind. | False | Für Gadolinium gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Es ist kein regulärer Standardparameter wie Nitrat, Blei oder PFAS. |
| 34 | Glyphosat | Glyphosat ist ein Herbizid, also ein Unkrautvernichtungsmittel. Es wird in der Landwirtschaft und teilweise im nicht-landwirtschaftlichen Bereich eingesetzt. Im Trinkwasser ist Glyphosat ein unerwünschter Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff. | Vor allem durch landwirtschaftliche Anwendung, Abschwemmung von Flächen, Bodeneintrag, Oberflächenwasser, Sickerwasser und belastetes Grundwasser. Das wichtigste Abbauprodukt ist AMPA. | Glyphosat hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Problematisch ist vor allem, dass es auf Pflanzenschutzmittel-Einträge hinweist und als Spurenstoff im Wasserkreislauf vorkommen kann. Die Bewertung von Glyphosat wird seit Jahren kontrovers diskutiert; im Trinkwasser gilt deshalb der strenge Vorsorgegrenzwert für Pflanzenschutzmittel. | Umkehrosmosemembran: relevant zur Reduktion vieler gelöster Pestizide und Spurenstoffe.
Aktivkohle: kann Glyphosat je nach Aktivkohletyp, Kontaktzeit und Wasserchemie reduzieren, ist aber nicht immer sicher vorherzusagen. | True | Für Glyphosat als einzelnen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff gilt der Trinkwasser-Grenzwert von 0,00010 mg/l, also 0,1 µg/l. Für die Summe der Pflanzenschutzmittel gilt 0,5 µg/l. |
| 35 | HFPO-DA | HFPO-DA steht für Hexafluorpropylenoxid-Dimersäure. Der Stoff ist auch unter dem Namen GenX bekannt und gehört zur Stoffgruppe der PFAS. Er wurde unter anderem als Ersatzstoff für ältere PFAS wie PFOA eingesetzt. | Vor allem durch Industrie, Fluorchemie, PFAS-haltige Produktionsprozesse, Abwässer, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. HFPO-DA ist sehr persistent und mobil. | HFPO-DA hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist problematisch, weil es zu den langlebigen PFAS gehört und sich im Wasserkreislauf ausbreiten kann. Außerdem wird es toxikologisch relevant bewertet und steht deshalb zunehmend im Fokus der Wasseranalytik. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant, da HFPO-DA gelöst und mobil vorliegt. Aktivkohle: kann je nach Kohle, Kontaktzeit und Wasserchemie wirken, ist bei mobilen/kurzkettigen bzw. etherbasierten PFAS aber weniger sicher als bei langkettigen PFAS. | False | Für HFPO-DA gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung aktuell keinen separaten Einzelgrenzwert. Wichtig: HFPO-DA gehört nach der üblichen PFAS-20-Liste nicht zu den klassischen PFAS-20-Summenstoffen. Die PFAS-20-Regelung deckt also nicht automatisch alle PFAS ab, insbesondere nicht alle etherbasierten PFAS wie HFPO-DA. Genau diese Lücke wird fachlich diskutiert. |
| 36 | Hydrogencarbonat | Hydrogencarbonat, auch HCO₃⁻, ist ein natürlicher Bestandteil vieler Wässer. Es gehört zum Kalk-Kohlensäure-System und ist wichtig für die Pufferung des Wassers. | Vor allem durch den Kontakt mit kalkhaltigem Gestein, Böden, Mineralien und Kohlensäure. Wenn Wasser durch Gesteinsschichten fließt, löst es Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat. | Hydrogencarbonat ist kein Schadstoff. Es wirkt als Puffer und stabilisiert den pH-Wert. Dadurch kann es helfen, Wasser weniger korrosiv zu machen. Gleichzeitig steht es in Verbindung mit Carbonathärte und Kalkbildung. | Umkehrosmosemembran: reduziert Hydrogencarbonat deutlich. Aktivkohle: nicht geeignet zur gezielten Hydrogencarbonat-Reduktion. | False | Für Hydrogencarbonat gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. |
| 37 | Ibuprofen | Ibuprofen ist ein häufig verwendeter Arzneimittelwirkstoff aus der Gruppe der Schmerz- und Entzündungshemmer. Im Trinkwasser ist es ein unerwünschter Spurenstoff. | Vor allem über den menschlichen Gebrauch: Nach der Einnahme werden Rückstände über den Urin ausgeschieden und gelangen ins Abwasser. Kläranlagen können Arzneimittelrückstände nicht immer vollständig entfernen, sodass sie in Flüsse, Seen, Grundwasser und vereinzelt auch ins Trinkwasser gelangen können. | Ibuprofen hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Für Menschen liegen nachgewiesene Konzentrationen in Trinkwasser meist weit unter therapeutisch wirksamen Dosen. Umweltseitig sind Arzneistoffe dennoch relevant, weil sie biologisch aktiv sind und Gewässerorganismen beeinflussen können. | Aktivkohle: relevant für viele organische Arzneimittelrückstände.
Umkehrosmosemembran: sehr breit wirksam gegen viele gelöste Spurenstoffe. | | Für Ibuprofen gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Arzneimittelrückstände werden meist als Spurenstoffe bewertet, nicht als Standard-Grenzwertparamete |
| 38 | Intestinale Enterokokken | Intestinale Enterokokken sind Bakterien, die im Darm von Menschen und Tieren vorkommen. Im Trinkwasser sind sie ein Fäkalindikator, also ein Hinweis auf mögliche Verunreinigung durch Fäkalien. | Durch Abwasser, undichte Leitungen, Oberflächenwasser, Gülle, Tierhaltung, Starkregen, Brunnenverunreinigung oder hygienische Probleme in der Wasserversorgung. | Ein Nachweis bedeutet nicht automatisch, dass genau diese Bakterien krank machen. Er zeigt aber, dass fäkale Verunreinigung möglich ist und damit auch andere Krankheitserreger im Wasser sein könnten. Enterokokken sind oft widerstandsfähiger als E. coli und können daher auch auf länger zurückliegende oder robuste Verunreinigungen hinweisen. | Umkehrosmosemembran: hält Bakterien grundsätzlich zurück, ersetzt aber keine hygienische Sanierung der Ursache.
Aktivkohle allein: bei sehr feiner Porenfeinheit geeignet | True | n der deutschen Trinkwasserverordnung gilt für intestinale Enterokokken: 0/100 ml. Sie dürfen im Trinkwasser also nicht nachweisbar sein. Bei Wasser in verschlossenen Behältnissen gilt 0/250 ml. |
| 39 | Iohexol | Iohexol ist ein iodiertes Röntgenkontrastmittel. Es wird bei CT- und Röntgenuntersuchungen eingesetzt, damit Gefäße, Organe oder Gewebe besser sichtbar werden. Im Trinkwasser ist es ein unerwünschter medizinischer Spurenstoff. | Nach der Untersuchung wird Iohexol vom Körper weitgehend wieder ausgeschieden. Es gelangt über Abwasser und Kläranlagen in Flüsse, Uferfiltrat, Grundwasser und teilweise auch ins Trinkwasser. | Iohexol hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist vor allem relevant, weil es sehr wasserlöslich, mobil und schwer biologisch abbaubar ist. Akut steht meist nicht eine direkte Gesundheitsgefahr durch Spurenkonzentrationen im Vordergrund, sondern der Hinweis auf Abwassereinfluss und schwer entfernbare medizinische Rückstände. | Aktivkohle: kann je nach Kohletyp, Kontaktzeit und Wasserchemie wirken, ist bei sehr polaren Röntgenkontrastmitteln aber nicht immer zuverlässig. Umkehrosmosemembran: sehr relevant, da Iohexol gelöst und mobil vorliegt. | False | Für Iohexol gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Es wird als Spurenstoff bzw. Röntgenkontrastmittel bewertet, nicht als klassischer Pflichtparameter wie Nitrat, Blei oder PFAS. |
| 40 | Iomeprol | Iomeprol ist ein iodiertes Röntgenkontrastmittel. Es wird bei CT- und Röntgenuntersuchungen eingesetzt, damit Organe, Gefäße oder Gewebe besser sichtbar werden. | Nach der Untersuchung wird Iomeprol vom Körper größtenteils wieder ausgeschieden. Es gelangt über Abwasser und Kläranlagen in Flüsse, Uferfiltrat, Grundwasser und teilweise auch ins Trinkwasser. Das Umweltbundesamt nennt Iomeprol ausdrücklich als bekanntes iodiertes Röntgenkontrastmittel und beschreibt diese Stoffgruppe als gut wasserlöslich, stabil und häufig in Oberflächengewässern sowie auch im Trinkwasser nachweisbar. | Iomeprol hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist vor allem problematisch, weil es sehr wasserlöslich, polar, stabil und mobil ist. Akut steht meist nicht die direkte Giftigkeit im Vordergrund, sondern die Persistenz, der Abwassereinfluss und mögliche Transformationsprodukte. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant, da Iomeprol gelöst und mobil vorliegt. Aktivkohle: kann wirken, ist aber bei sehr polaren Röntgenkontrastmitteln nicht immer zuverlässig. | False | Für Iomeprol gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Fachlich werden für Röntgenkontrastmittel häufig Orientierungs- bzw. Zielwerte im Bereich 0,1 bis 1 µg/l genannt. |
| 41 | Iopamidol | Iopamidol ist ein iodiertes Röntgenkontrastmittel. Es wird bei CT- und Röntgenuntersuchungen eingesetzt, damit Gefäße, Organe oder Gewebe besser sichtbar werden. | Nach der Untersuchung wird Iopamidol größtenteils wieder ausgeschieden. Es gelangt über Abwasser und Kläranlagen in Flüsse, Uferfiltrat, Grundwasser und teilweise auch ins Trinkwasser. Das Umweltbundesamt stuft Iopamidol stellvertretend für iodierte Röntgenkontrastmittel als relevanten Spurenstoff ein. | Iopamidol hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist sehr wasserlöslich, mobil und persistent. Es gilt weniger als akut toxisches Trinkwasserproblem, sondern vor allem als Hinweis auf Abwassereinfluss und schwer entfernbare medizinische Spurenstoffe. | Aktivkohle: kann wirken, ist aber bei iodierten Kontrastmitteln nicht immer zuverlässig; Studien untersuchen u. a. Pulveraktivkohle gezielt für Iopamidol. Umkehrosmosemembran: sehr relevant, weil Iopamidol gelöst und mobil vorliegt. | False | Für Iopamidol gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Für Röntgenkontrastmittel werden fachlich Orientierungs- bzw. Zielwerte herangezogen; häufig wird für Iopamidol ein gesundheitlicher Orientierungswert im Bereich von 1 µg/l genannt. |
| 42 | Kalium | Kalium ist ein natürlich vorkommender Mineralstoff und ein wichtiger Elektrolyt für den Körper. Es spielt unter anderem eine Rolle für Nerven, Muskeln und den Flüssigkeitshaushalt. | Vor allem durch Gestein, Böden und Mineralien. Zusätzlich kann Kalium durch Landwirtschaft, Düngemittel, Abwasser, Streusalz-Einträge oder geologische Besonderheiten ins Grundwasser gelangen. | Kalium ist grundsätzlich nicht schädlich, sondern ein lebenswichtiger Mineralstoff. Im Trinkwasser ist es meist eher ein Mineralisierungs- und Hinweisparameter. Erhöhte Werte können auf geologische Besonderheiten, landwirtschaftliche Einträge oder in Einzelfällen auch Verunreinigungen hinweisen. Das NLWKN weist darauf hin, dass ein Kaliumgehalt, der höher als Natrium ist, auf besondere geochemische Verhältnisse oder fäkale Verunreinigungen hindeuten kann. | Umkehrosmosemembran: reduziert Kalium deutlich. Aktivkohle nicht geeignet zur gezielten Kalium-Reduktion. | False | Für Kalium gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen Grenzwert. Früher gab es Grenzwerte, diese bestehen heute nicht mehr. |
| 43 | Koloniezahl bei 20°C | Die Koloniezahl bei 20 °C zeigt, wie viele vermehrungsfähige Mikroorganismen im Wasser bei niedriger Umgebungstemperatur wachsen können. Sie ist kein einzelner Krankheitserreger, sondern ein allgemeiner Hygiene- und Betriebsindikator. Wichtig: In der aktuellen deutschen Trinkwasserverordnung wird üblicherweise die Koloniezahl bei 22 °C genannt. Manche Laborberichte oder ältere/andere Verfahren geben auch 20 °C an. Inhaltlich geht es um einen sehr ähnlichen Hinweiswert für Umweltkeime und mikrobiologische Stabilität. | Durch natürliche Wasserflora, Biofilm, Stagnation, Ablagerungen, Rohrleitungen, Armaturen, Speicher, Filter oder Aufbereitungsprobleme. | Eine erhöhte Koloniezahl bedeutet nicht automatisch, dass Krankheitserreger vorhanden sind. Sie kann aber auf Stagnation, Biofilm, mangelnden Wasseraustausch, technische Probleme oder hygienische Veränderungen hinweisen. | Aktivkohleblock mit sehr feinen Poren halten Bakterien zurück. Umkehrosmosemembran: hält Bakterien grundsätzlich zurück | True | Nach TrinkwV gilt für die Koloniezahl bei 22 °C grundsätzlich „ohne anormale Veränderung“. Bei bestimmten Untersuchungsverfahren gelten ergänzende Werte, zum Beispiel 100/ml am Zapfhahn des Verbrauchers. |
| 44 | Koloniezahl bei 36°C | Die Koloniezahl bei 36 °C zeigt, wie viele vermehrungsfähige Mikroorganismen im Wasser bei annähernder Körpertemperatur wachsen können. Sie ist kein einzelner Krankheitserreger, sondern ein mikrobiologischer Hygiene- und Hinweisparameter. | Mögliche Ursachen sind Biofilm, Stagnation, warme Leitungsbereiche, Speicher, Armaturen, Filter, Ablagerungen oder Aufbereitungsprobleme. | Eine erhöhte Koloniezahl bedeutet nicht automatisch, dass Krankheitserreger vorhanden sind. Sie kann aber auf hygienische Auffälligkeiten, Biofilmwachstum, Stagnation oder ungünstige Temperaturen hinweisen. Besonders relevant sind plötzliche oder starke Veränderungen gegenüber früheren Messwerten. | Aktivkohleblock mit sehr feinen Poren halten Bakterien zurück. Umkehrosmosemembran: hält Bakterien grundsätzlich zurück | True | In der Trinkwasserverordnung ist die Koloniezahl bei 36 °C ein Indikatorparameter. Entscheidend ist grundsätzlich: keine anormale Veränderung. Bei Wasser in verschlossenen Behältnissen gilt ein Wert von 20/ml. |
| 45 | Kupfer | Kupfer ist ein Metall und gleichzeitig ein wichtiges Spurenelement. In zu hoher Konzentration ist es im Trinkwasser aber unerwünscht. | Vor allem durch Kupferleitungen, Armaturen, Boiler, Hausinstallationen und Korrosion. Besonders relevant ist Stagnationswasser, also Wasser, das lange in der Leitung stand. | Zu viel Kupfer kann vor allem bei empfindlichen Personen problematisch sein, insbesondere bei Säuglingen oder Menschen mit bestimmten Lebererkrankungen. Es kann außerdem Geschmack und Farbe des Wassers beeinflussen. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion von gelöstem Kupfer.
Spezielle Aktivkohle / Adsorptionsmedien: können Kupfer reduzieren, wenn sie dafür ausgelegt und geprüft sind. | True | 2,0 mg/l. |
| 46 | Legionellen | Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in Wasser vorkommen können. Problematisch werden sie vor allem, wenn sie sich in Warmwasseranlagen, Speichern, Leitungen, Duschen, Armaturen oder Biofilmen vermehren. | Sie können über das Rohwasser oder die Installation eingetragen werden und wachsen besonders gut bei lauwarmen Temperaturen, Stagnation, Biofilm, Ablagerungen und schlecht betriebenen Warmwassersystemen. | Legionellen sind vor allem gefährlich, wenn sie über Aerosole eingeatmet werden, zum Beispiel beim Duschen. Dann können sie die Legionärskrankheit, eine schwere Lungenentzündung, oder das mildere Pontiac-Fieber auslösen. Trinken ist normalerweise nicht der Hauptinfektionsweg. | Aktivkohleblock mit sehr feinen Poren halten Legionellen zurück. Umkehrosmosemembran: hält Bakterien grundsätzlich zurück | True | In der Trinkwasserverordnung gilt für Legionella spec. ein technischer Maßnahmenwert von 100 KBE/100 ml. Wird dieser Wert erreicht, sind Maßnahmen wie Meldung, Ursachenklärung und Abhilfe erforderlich. |
| 47 | Makrolide | Makrolide sind eine Gruppe von Antibiotika, zum Beispiel Clarithromycin, Azithromycin oder Erythromycin. Im Trinkwasser sind sie unerwünschte Arzneimittel-Spurenstoffe. | Vor allem über menschliche Ausscheidungen, Abwasser und Kläranlagen. Kläranlagen können Arzneimittelrückstände nicht immer vollständig entfernen, sodass Rückstände in Gewässer, Grundwasser und vereinzelt auch Trinkwasser gelangen können. | Makrolide haben im Trinkwasser keinen Nutzen. Als Antibiotika sind sie biologisch aktiv und im Wasserkreislauf unerwünscht. Besonders relevant ist das Thema wegen möglicher Antibiotikaresistenzen und Effekten auf Mikroorganismen in der Umwelt. Das Umweltbundesamt beschreibt Antibiotika in der Umwelt als relevant, weil sie Organismen schädigen und Resistenzen fördern können. | Aktivkohle: relevant für viele organische Arzneimittelrückstände.
Umkehrosmosemembran: breit wirksam gegen viele gelöste Spurenstoffe. | False | Für Makrolide gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Sie gehören nicht zu den klassischen chemischen Pflichtparametern der Anlage 2. |
| 48 | Mangan | Mangan ist ein natürlich vorkommendes Metall und in sehr kleinen Mengen ein wichtiges Spurenelement. Im Trinkwasser ist es jedoch vor allem ein Indikatorparameter und technisch relevant. | Vor allem durch manganhaltige Gesteins- und Bodenschichten, sauerstoffarme Grundwässer, Brunnenwasser oder Ablagerungen in Leitungen und Anlagen. | Erhöhte Manganwerte können zu schwarzen Ablagerungen, dunkler Verfärbung, metallischem Geschmack, Flecken auf Wäsche/Sanitärflächen und technischen Problemen in Leitungen, Filtern und Umkehrosmoseanlagen führen. Bei dauerhaft hohen Konzentrationen kann Mangan auch gesundheitlich unerwünscht sein, besonders für Säuglinge und Kleinkinder. | Umkehrosmosemembran: kann Mangan reduzieren, sollte aber nicht dauerhaft mit stark manganhaltigem Wasser belastet werden, da Membran und Vorfilter zusetzen können.
Aktivkohle : nicht die erste Wahl | True | 0,050 mg/l, also 50 µg/l. |
| 49 | Metoprolol | Metoprolol ist ein Arzneimittelwirkstoff aus der Gruppe der Betablocker. Er wird unter anderem bei Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Im Trinkwasser ist Metoprolol ein unerwünschter Arzneimittel-Spurenstoff. | Vor allem über menschliche Ausscheidungen, Abwasser und Kläranlagen. Arzneimittelrückstände können laut Umweltbundesamt über Kläranlagen in Gewässer gelangen und dort als Spurenstoffe vorkommen. | Metoprolol hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Die möglichen Konzentrationen liegen normalerweise weit unter therapeutischen Dosen, trotzdem ist der Stoff unerwünscht, weil er biologisch aktiv ist und im Wasserkreislauf verbleiben kann. | Aktivkohle: relevant für viele organische Arzneimittelrückstände.
Umkehrosmosemembran: breit wirksam gegen viele gelöste Spurenstoffe. | False | Für Metoprolol gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Es wird als organischer Spurenstoff betrachtet, nicht als regulärer Pflichtparameter. |
| 50 | Nickel | Nickel ist ein Metall und kommt in vielen Legierungen vor. Im Trinkwasser ist es ein unerwünschter Stoff, der vor allem aus Materialien der Hausinstallation stammen kann. | Vor allem durch Armaturen, vernickelte Bauteile, Edelstahlbestandteile, Fittings oder andere metallische Materialien. Besonders relevant ist Stagnationswasser, also Wasser, das längere Zeit in der Leitung oder Armatur stand. | Nickel kann bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen oder verstärken. Besonders Menschen mit Nickelallergie sollten erhöhte Nickelwerte im Trinkwasser vermeiden. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion von gelöstem Nickel.
Spezielle Adsorptionsmedien / Aktivkohlefilter: können Nickel reduzieren, wenn sie dafür geprüft und ausgelegt sind. | True | 0,020 mg/l, also 20 µg/l. |
| 51 | Nitrat | Nitrat ist eine Stickstoffverbindung und kommt natürlich im Boden vor. Es ist außerdem ein wichtiger Pflanzennährstoff. Werte: 0–5 mg/L
niedrig, 5–10 mg/L moderat, 10–25 mg/L erhöht, 25–50 mg/L deutlich erhöht, aber unter Grenzwert, über 50 mg/L über Grenzwert / nicht konform
| Vor allem durch Landwirtschaft, Düngung, Gülle, intensive Tierhaltung, Abwasser, undichte Klär- oder Sickergruben. Nitrat kann leicht ins Grundwasser ausgewaschen werden. | Nitrat selbst ist nicht das Hauptproblem, kann aber im Körper oder im Wasser zu Nitrit umgewandelt werden. Nitrit kann besonders für Säuglinge kritisch sein, weil es den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigen kann. Außerdem können aus Nitrit unter bestimmten Bedingungen Nitrosamine entstehen, die gesundheitlich unerwünscht sind. | Umkehrosmosemembran, Aktivkohle: normalerweise nicht zuverlässig für Nitrat | True | bei 50 mg/l. |
| 52 | Nitrat/50 + Nitrit/3 | Das ist kein eigener Stoff, sondern eine Berechnungsregel aus der Trinkwasserverordnung. Sie bewertet die gemeinsame Belastung durch Nitrat und Nitrit. Die Formel lautet:
Nitrat in mg/l ÷ 50 + Nitrit in mg/l ÷ 3 ≤ 1
Das Ergebnis darf also nicht größer als 1 sein. | Nitrat und Nitrit stammen überwiegend aus dem Stickstoffkreislauf. Nitrat gelangt vor allem durch Landwirtschaft, Düngung und Gülle ins Grundwasser. Nitrit entsteht meist als Zwischenprodukt bei mikrobiellen Umwandlungsprozessen und kann auf biologische Aktivität, Stagnation oder Probleme in Leitungen und Aufbereitung hinweisen. Neben den Einzelgrenzwerten ist auch die Kombination wichtig: Nitrat/50 + Nitrit/3 darf maximal 1 ergeben. | Nitrat und Nitrit hängen chemisch zusammen. Nitrat kann unter bestimmten Bedingungen zu Nitrit umgewandelt werden. Nitrit ist besonders kritisch, weil es den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigen kann, vor allem bei Säuglingen.
Beispiel:
Wenn ein Wasser 40 mg/l Nitrat und 0,3 mg/l Nitrit enthält:
40 ÷ 50 = 0,8
0,3 ÷ 3 = 0,1
Ergebnis: 0,9 | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion von Nitrat und Nitrit. Aktivkohle : nicht zuverlässig zur Entfernung von Nitrat oder Nitrit. | True | Nitrat: 50 mg/l
Nitrit: 0,50 mg/l
Zusätzlich gilt am Ausgang des Wasserwerks für Nitrit ein strengerer Wert von 0,10 mg/l. |
| 53 | Nitrit | Nitrit ist eine Stickstoffverbindung und ein Zwischenprodukt zwischen Ammonium, Nitrat und Stickstoff. | Nitrit kann durch mikrobiologische Umwandlung von Nitrat oder Ammonium entstehen. Ursachen können Landwirtschaft, Abwasser, Biofilme, Stagnation, technische Probleme in der Wasseraufbereitung oder gestörte Desinfektion sein. | Nitrit kann den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigen. Besonders empfindlich sind Säuglinge, weil bei ihnen das Risiko der sogenannten Blausucht höher ist. Außerdem können aus Nitrit unter bestimmten Bedingungen Nitrosamine entstehen, die gesundheitlich unerwünscht sind. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion von Nitrit.
Aktivkohle: normalerweise nicht zuverlässig für Nitrit. | True | bei 0,50 mg/l. Am Ausgang des Wasserwerks gilt zusätzlich ein strengerer Wert von 0,10 mg/l. |
| 54 | Orthophosphat (o-PO4) | Orthophosphat ist eine gelöste Form von Phosphat. Phosphate sind Salze der Phosphorsäure und kommen natürlich in Böden, Gesteinen, Pflanzen und biologischen Prozessen vor. | Orthophosphat kann natürlich aus Böden, Gestein und organischem Material ins Grundwasser gelangen. Weitere Quellen sind Landwirtschaft, Dünger, Abwasser, Kläranlagen oder gezielte Zugabe in der Trinkwasseraufbereitung bzw. Hausinstallation zum Korrosionsschutz. | Orthophosphat ist nicht primär ein toxischer Schadstoff. Erhöhte Werte können aber auf Abwasser-, Landwirtschafts- oder Oberflächenwassereinfluss hinweisen. Außerdem kann Phosphat als Nährstoff mikrobiologisches Wachstum begünstigen, wenn gleichzeitig ungünstige hygienische Bedingungen vorliegen. | Umkehrosmosemembran: relevant zur Reduktion gelöster Phosphate. Aktivkohle: normalerweise nicht zuverlässig für Orthophosphat. | | In der deutschen Trinkwasserverordnung ist für Orthophosphat aktuell kein eigener Grenzwert als Trinkwasserparameter benannt. In der Grundwasserverordnung gibt es für ortho-Phosphat einen Schwellenwert von 0,5 mg/l. |
| 55 | Paracetamol | Paracetamol ist ein häufig verwendeter Arzneimittelwirkstoff gegen Schmerzen und Fieber. Im Trinkwasser ist es ein unerwünschter Spurenstoff. | Vor allem über den menschlichen Gebrauch: Rückstände werden ausgeschieden und gelangen über Abwasser und Kläranlagen in Gewässer. Arzneimittelrückstände werden laut Umweltbundesamt in Gewässern, Böden, Grundwasser und manchmal auch im Trinkwasser nachgewiesen. | Paracetamol hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Die im Trinkwasser möglichen Spuren liegen normalerweise weit unter therapeutischen Dosen. Trotzdem sind Arzneimittelrückstände unerwünscht, weil sie biologisch aktive Stoffe sind und die Umwelt belasten können. | Aktivkohle: relevant für viele organische Arzneimittelrückstände.
Umkehrosmosemembran: breit wirksam gegen viele gelöste Spurenstoffe. | False | Für Paracetamol gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Es ist kein Standardparameter wie Nitrat, Blei oder PFAS. Die TrinkwV listet chemische Pflichtparameter, aber Paracetamol gehört nicht dazu. |
| 56 | Perfluorbutansäure (PFBA) | PFBA ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den kurzkettigen perfluorierten Carbonsäuren und ist eine sogenannte „Ewigkeitschemikalie“, weil sie in der Umwelt sehr langlebig ist. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Beschichtungen, Imprägnierungen, Kläranlagen, Deponien, belastete Böden und Grundwasser. PFBA ist besonders mobil und kann sich leicht im Wasserkreislauf verteilen. | PFBA hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist problematisch, weil es sehr persistent und sehr mobil ist. Kurzkettige PFAS wie PFBA reichern sich zwar meist weniger stark im Körper an als langkettige PFAS, sind dafür aber oft schwieriger aus Wasser zu entfernen. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant, besonders bei mobilen kurzkettigen PFAS. Aktivkohle: bei kurzkettigen PFAS wie PFBA oft weniger zuverlässig als bei langkettigen PFAS wie PFOS oder PFOA. | True | Für PFBA gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert in der Trinkwasserverordnung. PFBA ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. |
| 57 | Perfluorbutansulfonsäure (PFBS) | PFBS ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Es gehört zu den kurzkettigen perfluorierten Sulfonsäuren und gilt ebenfalls als langlebige „Ewigkeitschemikalie“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Imprägnierungen, Beschichtungen, Kläranlagen, Deponien, belastete Böden und Grundwasser. PFBS wurde teilweise als Ersatzstoff für ältere langkettige PFAS wie PFOS verwendet. | PFBS hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist sehr persistent und mobil. Kurzkettige PFAS wie PFBS reichern sich meist weniger stark im Körper an als langkettige PFAS, sind dafür aber oft schwerer mit Aktivkohle zu entfernen. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant, besonders bei mobilen kurzkettigen PFAS. Aktivkohle: bei kurzkettigen PFAS wie PFBS oft weniger zuverlässig als bei langkettigen PFAS wie PFOS oder PFOA. | True | Für PFBS gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFBS ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. |
| 58 | Perfluordecansäure (PFDA) | PFDA ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den langkettigen perfluorierten Carbonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Beschichtungen, Imprägnierungen, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. Wie andere PFAS kann PFDA lange in der Umwelt verbleiben. | PFDA hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist problematisch, weil es sehr persistent ist und sich als langkettiges PFAS eher in Umwelt und Organismen anreichern kann als viele kurzkettige PFAS. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: bei langkettigen PFAS wie PFDA meist deutlich relevanter als bei kurzkettigen PFAS. | True | Für PFDA gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFDA ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. Ab 2028 gilt zusätzlich der PFAS-4-Wert, PFDA gehört aber nicht zu PFAS-4 |
| 59 | Perfluordecansulfonsäure (PFDS) | PFDS ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den langkettigen perfluorierten Sulfonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Beschichtungen, Imprägnierungen, Feuerlöschschäume, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. | PFDS hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist sehr persistent und kann sich als langkettiges PFAS eher in Umwelt und Organismen anreichern als viele kurzkettige PFAS. Deshalb ist es im Trinkwasser unerwünscht. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: bei langkettigen PFAS wie PFDS meist deutlich wirksamer als bei kurzkettigen PFAS. | True | Für PFDS gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFDS ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. PFDS gehört nicht zur PFAS-4-Gruppe. |
| 60 | Perfluordodecansäure
(PFDoDA) | PFDoDA ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den langkettigen perfluorierten Carbonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Beschichtungen, Imprägnierungen, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. Als langkettiges PFAS ist PFDoDA besonders persistent. | PFDoDA hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist problematisch, weil es sehr langlebig ist und sich als langkettiges PFAS eher in Umwelt, Sedimenten und Organismen anreichern kann als viele kurzkettige PFAS. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: bei langkettigen PFAS wie PFDoDA meist deutlich wirksamer als bei kurzkettigen PFAS. | True | Für PFDoDA gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFDoDA ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. PFDoDA gehört nicht zur PFAS-4-Gruppe. |
| 61 | Perfluordodecansulfonsäure
(PFDoS) | PFDoS ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den langkettigen perfluorierten Sulfonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Beschichtungen, Imprägnierungen, Feuerlöschschäume, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. Als langkettiges PFAS kann es lange in der Umwelt verbleiben. | PFDoS hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist sehr persistent und kann sich als langkettiges PFAS eher in Umwelt, Sedimenten und Organismen anreichern als viele kurzkettige PFAS. Deshalb ist es im Trinkwasser unerwünscht. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: bei langkettigen PFAS wie PFDoS meist deutlich wirksamer als bei kurzkettigen PFAS. | True | Für PFDoS gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFDoS ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. PFDoS gehört nicht zur PFAS-4-Gruppe. |
| 62 | Perfluorheptansäure (PFHpA) | PFHpA ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den perfluorierten Carbonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Beschichtungen, Imprägnierungen, Feuerlöschschäume, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. PFHpA ist relativ mobil und kann sich über den Wasserkreislauf verbreiten. | PFHpA hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist persistent, mobil und unerwünscht. Als kürzerkettigeres PFAS reichert es sich meist weniger stark an als langkettige PFAS, kann dafür aber schwieriger mit klassischer Aktivkohle entfernt werden. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS. Aktivkohle: möglich, aber bei kürzerkettigen PFAS wie PFHpA oft weniger zuverlässig als bei langkettigen PFAS. | True | Für PFHpA gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFHpA ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. PFHpA gehört nicht zur PFAS-4-Gruppe. |
| 63 | Perfluorheptansulfonsäure
(PFHpS) | PFHpS ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den perfluorierten Sulfonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Imprägnierungen, Beschichtungen, Feuerlöschschäume, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. PFHpS kann sich über den Wasserkreislauf verbreiten und lange in der Umwelt verbleiben. | PFHpS hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist persistent, mobil und unerwünscht. Als mittelkettige Sulfonsäure kann es im Vergleich zu vielen kurzkettigen PFAS stärker an Aktivkohle binden, bleibt aber ein relevanter Spurenstoff. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: bei PFHpS meist relevanter als bei sehr kurzkettigen PFAS, abhängig von Kontaktzeit und Filterauslegung. | True | Für PFHpS gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFHpS ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. PFHpS gehört nicht zur PFAS-4-Gruppe. |
| 64 | Perfluorhexansäure (PFHxA) | PFHxA ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den kurzkettigen perfluorierten Carbonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Beschichtungen, Imprägnierungen, Feuerlöschschäume, Kläranlagen, Deponien, belastete Böden und Grundwasser. PFHxA ist sehr mobil und kann sich leicht im Wasserkreislauf verbreiten. | PFHxA hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist persistent, mobil und unerwünscht. Kurzkettige PFAS wie PFHxA reichern sich meist weniger stark im Körper an als langkettige PFAS, sind dafür aber oft schwieriger mit klassischer Aktivkohle zu entfernen. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant, besonders bei mobilen kurzkettigen PFAS. Aktivkohle: bei kurzkettigen PFAS wie PFHxA oft weniger zuverlässig als bei langkettigen PFAS. | True | Für PFHxA gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFHxA ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. PFHxA gehört nicht zur PFAS-4-Gruppe. |
| 65 | Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) | PFHxS ist eine einzelne Verbindung aus der großen Stoffgruppe der PFAS. Es gehört zu den besonders relevanten „Ewigkeitschemikalien“, weil es sehr langlebig ist und sich in Umwelt und Körper anreichern kann. | Vor allem durch PFAS-haltige Feuerlöschschäume, Industrie, Galvanik, beschichtete Produkte, Imprägnierungen, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. PFHxS ist sehr mobil und kann sich über den Wasserkreislauf verbreiten. | PFHxS hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist problematisch, weil es sehr persistent, mobil und bioakkumulierbar ist. PFAS werden unter anderem mit möglichen Effekten auf Immunsystem, Leber, Hormonhaushalt und Entwicklung in Verbindung gebracht. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: besonders bei längerkettigen PFAS wie PFHxS relevant. | True | Für PFHxS gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen separaten Einzelgrenzwert, aber PFHxS ist Teil von zwei Summenwerten: |
| 66 | Perfluornonansäure (PFNA) | PFNA ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Es handelt sich um eine langlebige perfluorierte Carbonsäure und damit um eine sogenannte „Ewigkeitschemikalie“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Imprägnierungen, Beschichtungen, Feuerlöschschäume, Kläranlagen, Deponien, belastete Böden und Grundwasser. PFNA ist sehr persistent und kann sich über den Wasserkreislauf verbreiten. | PFNA hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist problematisch, weil es sehr langlebig, mobil und bioakkumulierbar ist. PFAS werden unter anderem mit möglichen Effekten auf Leber, Immunsystem, Hormonhaushalt und Entwicklung in Verbindung gebracht. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: besonders bei längerkettigen PFAS wie PFNA relevant. | True | Für PFNA gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert, aber PFNA ist Teil der relevanten PFAS-Summenwerte:
PFAS-20: seit 12. Januar 2026 gilt 0,1 µg/l für die Summe von 20 PFAS.
PFAS-4: ab 12. Januar 2028 gilt 0,02 µg/l für die Summe aus PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS |
| 67 | Perfluornonansulfonsäure (PFNS) | PFNS ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den perfluorierten Sulfonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Imprägnierungen, Beschichtungen, Feuerlöschschäume, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. PFNS kann sich über den Wasserkreislauf verbreiten und lange in der Umwelt verbleiben. | PFNS hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist persistent, unerwünscht und kann als längerkettige PFAS-Sulfonsäure eher anreichern als viele kurzkettige PFAS. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: bei längerkettigen PFAS wie PFNS meist relevanter als bei sehr kurzkettigen PFAS. | True | Für PFNS gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFNS ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. Zusätzlich empfiehlt das Umweltbundesamt für PFNS aus toxikologischer Sicht einen besonders strengen Einzel- bzw. Zusatzbewertungsansatz von maximal 20 ng/l, also 0,02 µg/l. |
| 68 | Perfluoroctansäure (PFOA) | PFOA ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie zählt zu den bekannten „Ewigkeitschemikalien“, weil sie extrem langlebig ist und sich in Umwelt und Körper anreichern kann. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Beschichtungen, Imprägnierungen, Feuerlöschschäume, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. | PFOA hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist problematisch, weil es persistent, mobil und bioakkumulierbar ist. PFAS werden unter anderem mit möglichen Effekten auf Leber, Immunsystem, Hormonhaushalt, Entwicklung und Stoffwechsel in Verbindung gebracht. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: besonders bei längerkettigen PFAS wie PFOA relevant. | True | Für PFOA gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen separaten Einzelgrenzwert, aber PFOA ist Teil von zwei PFAS-Summenwerten:
PFAS-20: seit 12. Januar 2026 gilt 0,1 µg/l für die Summe von 20 PFAS.
PFAS-4: ab 12. Januar 2028 gilt 0,02 µg/l für die Summe aus PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS. |
| 69 | Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) | PFOS ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den bekanntesten und besonders kritisch bewerteten „Ewigkeitschemikalien“, weil sie sehr langlebig ist und sich in Umwelt und Körper anreichern kann. | Vor allem durch PFAS-haltige Feuerlöschschäume, Industrie, Galvanik, Imprägnierungen, beschichtete Produkte, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. PFOS kann sich über lange Zeit im Wasserkreislauf halten. | PFOS hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist problematisch, weil es persistent, bioakkumulierbar und toxikologisch relevant ist. PFAS werden unter anderem mit möglichen Effekten auf Leber, Immunsystem, Hormonhaushalt, Stoffwechsel und Entwicklung in Verbindung gebracht. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: besonders relevant bei längerkettigen PFAS wie PFOS. | True | Für PFOS gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert in der Trinkwasserverordnung, aber PFOS ist Teil der wichtigsten PFAS-Summenwerte:
PFAS-20: ab 12. Januar 2026 gilt 0,1 µg/l für die Summe von 20 PFAS.
PFAS-4: ab 12. Januar 2028 gilt 0,02 µg/l für die Summe aus PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS. |
| 70 | Perfluorpentansäure (PFPeA) | PFPeA ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den kurzkettigen perfluorierten Carbonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Beschichtungen, Imprägnierungen, Kläranlagen, Deponien, belastete Böden, Feuerlöschschäume und Grundwasser. PFPeA ist sehr mobil und kann sich leicht im Wasserkreislauf verbreiten. | PFPeA hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist persistent, sehr mobil und unerwünscht. Kurzkettige PFAS wie PFPeA reichern sich meist weniger stark im Körper an als langkettige PFAS, sind dafür aber oft schwieriger mit klassischer Aktivkohle zu entfernen. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant, besonders bei mobilen kurzkettigen PFAS. Aktivkohle: bei kurzkettigen PFAS wie PFPeA oft weniger zuverlässig als bei langkettigen PFAS. | True | Für PFPeA gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFPeA ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. |
| 71 | Perfluorpentansulfonsäure
(PFPeS) | PFPeS ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den kurzkettigen perfluorierten Sulfonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Imprägnierungen, Beschichtungen, Feuerlöschschäume, Kläranlagen, Deponien, belastete Böden und Grundwasser. Als mobiler PFAS-Stoff kann PFPeS über längere Zeit im Wasserkreislauf verbleiben. | PFPeS hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist persistent, mobil und unerwünscht. Kurzkettige PFAS reichern sich meist weniger stark im Körper an als langkettige PFAS, sind dafür aber oft schwieriger mit klassischer Aktivkohle zu entfernen. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant, besonders bei mobilen PFAS. Aktivkohle: kann wirken, ist bei kürzeren PFAS aber oft weniger zuverlässig als bei langkettigen PFAS wie PFOS oder PFOA. | True | Für PFPeS gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFPeS ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. |
| 72 | Perfluortridecansäure (PFTrDA) | PFTrDA ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den sehr langkettigen perfluorierten Carbonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Beschichtungen, Imprägnierungen, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. Als langkettiges PFAS kann es lange in der Umwelt verbleiben und sich eher in Organismen, Sedimenten oder Böden anreichern. | PFTrDA hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist problematisch, weil es sehr persistent ist und als langkettiges PFAS eher zur Anreicherung neigt als viele kurzkettige PFAS. Dadurch ist es wasserhygienisch unerwünscht. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: bei langkettigen PFAS wie PFTrDA meist deutlich wirksamer als bei kurzkettigen PFAS. | True | Für PFTrDA gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFTrDA ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. PFTrDA gehört nicht zur PFAS-4-Gruppe. |
| 73 | Perfluortridecansulfonsäure (PFTrDS) | PFTrDS ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den sehr langkettigen perfluorierten Sulfonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Imprägnierungen, Beschichtungen, Feuerlöschschäume, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. Als langkettiges PFAS kann es lange in der Umwelt verbleiben und sich eher in Organismen, Böden oder Sedimenten anreichern. | PFTrDS hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist sehr persistent, unerwünscht und als langkettige PFAS-Verbindung besonders relevant, weil solche Stoffe tendenziell stärker anreichern als viele kurzkettige PFAS. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: bei langkettigen PFAS wie PFTrDS meist deutlich wirksamer als bei kurzkettigen PFAS. | True | Für PFTrDS gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFTrDS ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt ab dem 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. PFTrDS gehört nicht zur PFAS-4-Gruppe. |
| 74 | Perfluorundecansäure
(PFUnDA) | PFUnDA ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den langkettigen perfluorierten Carbonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Beschichtungen, Imprägnierungen, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. Als langkettiges PFAS kann PFUnDA lange in der Umwelt verbleiben und sich eher in Organismen, Böden oder Sedimenten anreichern. | PFUnDA hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist sehr persistent, unerwünscht und als langkettiges PFAS tendenziell stärker anreichernd als viele kurzkettige PFAS. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: bei langkettigen PFAS wie PFUnDA meist deutlich wirksamer als bei kurzkettigen PFAS. | True | Für PFUnDA gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFUnDA ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt ab 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. PFUnDA gehört nicht zur PFAS-4-Gruppe. |
| 75 | Perfluorundecansulfonsäure
(PFUnS) | PFUnS ist eine einzelne Verbindung aus der Stoffgruppe der PFAS. Sie gehört zu den langkettigen perfluorierten Sulfonsäuren und zählt zu den langlebigen „Ewigkeitschemikalien“. | Vor allem durch Industrie, PFAS-haltige Produkte, Imprägnierungen, Beschichtungen, Feuerlöschschäume, Deponien, Kläranlagen, belastete Böden und Grundwasser. | PFUnS hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es ist sehr persistent und als langkettiges PFAS besonders unerwünscht, weil solche Stoffe eher zur Anreicherung in Umwelt, Böden, Sedimenten und Organismen neigen. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant und breit wirksam gegen PFAS.
Aktivkohle: bei langkettigen PFAS wie PFUnS meist deutlich wirksamer als bei kurzkettigen PFAS. | True | Für PFUnS gibt es keinen separaten Einzelgrenzwert. PFUnS ist aber Bestandteil der Summe PFAS-20. Dafür gilt seit dem 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 µg/l für die Summe der 20 gelisteten PFAS. PFUnS gehört nicht zur PFAS-4-Gruppe. |
| 76 | PFAS | PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Das ist eine große Stoffgruppe mit mehreren tausend Chemikalien. Sie werden oft als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, weil sie in der Umwelt extrem langlebig sind. | Vor allem durch Industrie, Löschschäume, beschichtete Produkte, Imprägnierungen, Verpackungen, Kläranlagen, Deponien, belastete Böden und Grundwasser. Einmal in der Umwelt, bauen sie sich kaum ab und können sich im Wasserkreislauf verteilen. | PFAS sind kritisch, weil sie sehr persistent sind, sich teilweise im Körper anreichern können und mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht werden, unter anderem für Leber, Immunsystem, Hormonhaushalt und Entwicklung. Im Trinkwasser haben sie keinen Nutzen. | Aktivkohle: sehr relevant, besonders für längerkettige PFAS wie PFOA/PFOS.
Umkehrosmosemembran: sehr wirksam und breit geeignet zur Reduktion vieler PFAS. | True | PFAS-20: ab 12. Januar 2026 gilt 0,00010 mg/l, also 0,1 µg/l für die Summe von 20 PFAS.
PFAS-4: ab 12. Januar 2028 gilt 0,000020 mg/l, also 0,02 µg/l für die Summe aus PFOS, PFOA, PFNA und PFHxS. |
| 77 | Quecksilber | Quecksilber ist ein Schwermetall. Es kann in verschiedenen Formen vorkommen, zum Beispiel als anorganisches Quecksilber oder organisch gebunden als Methylquecksilber. | Vor allem durch Industrieeinträge, Altlasten, Bergbau, Abfälle, belastete Böden oder alte technische Anwendungen. In geringen Mengen kann es auch natürlich aus Gestein und Böden stammen. | Quecksilber ist gesundheitlich kritisch, weil es insbesondere Nervensystem, Nieren und Entwicklung von Kindern belasten kann. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion gelöster Schwermetalle.
Aktivkohle: kann Quecksilber je nach Form und Aktivkohletyp reduzieren, besonders mit geeigneten Spezialaktivkohlen. | True | 0,0010 mg/l, also 1 µg/l. |
| 78 | Radon | Radon bzw. Radon-222 ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas. Es entsteht beim Zerfall von Uran/Radium in Böden und Gesteinen. | Vor allem aus Gestein und Untergrund ins Grundwasser. Besonders relevant ist Radon bei Brunnenwasser, Eigenwasserversorgung und geologisch auffälligen Regionen. | Radon ist radioaktiv. Beim Trinken ist die Belastung meist geringer als über die Atemluft, aber Radon kann aus Wasser ausgasen, zum Beispiel beim Duschen oder Kochen, und dadurch zur Radonbelastung in Innenräumen beitragen. | Aktivkohle: kann Radon adsorbieren, ist aber wegen möglicher radioaktiver Anreicherung im Filtermaterial eher eine Spezialanwendung.
Umkehrosmosemembran: nicht die typische Haupttechnik für Radon, da Radon gasförmig/gelöst vorliegt. | True | Radon-222 ein Parameterwert von 100 Bq/l. Auch Tritium liegt bei 100 Bq/l, die Richtdosis bei 0,10 mSv/a. |
| 79 | Röntgenkontrastmittel | Röntgenkontrastmittel sind medizinische Wirkstoffe, die bei CT- und Röntgenuntersuchungen eingesetzt werden, damit Organe, Blutgefäße oder Gewebe besser sichtbar werden. Besonders relevant sind iodierte Röntgenkontrastmittel wie z. B. Iopamidol, Iohexol, Iomeprol oder Diatrizoat. | Nach der Untersuchung werden sie vom Körper größtenteils wieder ausgeschieden. Sie gelangen über Abwasser und Kläranlagen in Flüsse, Seen, Uferfiltrat, Grundwasser und teilweise auch ins Trinkwasser. Das Umweltbundesamt beschreibt iodierte Röntgenkontrastmittel als mobile und persistente Spurenstoffe, die regelmäßig in Oberflächengewässern und Trinkwasser gemessen werden. | Röntgenkontrastmittel haben im Trinkwasser keinen Nutzen. Viele dieser Stoffe sind sehr wasserlöslich, mobil und schlecht biologisch abbaubar. Akut gelten die gefundenen Spuren meist nicht als gesundheitlich kritisch, aber sie sind ein Hinweis auf Abwassereinfluss und unerwünschte Mikroverunreinigungen. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant, weil viele Röntgenkontrastmittel gelöst und mobil vorliegen. Aktivkohle: kann je nach Stoff wirken, ist aber bei sehr polaren, mobilen Kontrastmitteln nicht immer zuverlässig. | False | Für Röntgenkontrastmittel gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Zur Bewertung können je nach Stoff gesundheitliche Orientierungswerte des Umweltbundesamtes herangezogen werden. |
| 80 | Säurekapazität bis pH 4,3 | Die Säurekapazität bis pH 4,3 beschreibt, wie viel Säure ein Wasser aufnehmen kann, bis der pH-Wert auf 4,3 sinkt. Sie ist ein Maß für die Pufferkapazität des Wassers.
Wofür ist der Wert wichtig?
KS 4,3 hängt stark mit Hydrogencarbonat, Carbonathärte, Alkalinität und dem Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht zusammen. Ein höherer Wert bedeutet meist, dass das Wasser pH-Schwankungen besser abpuffern kann. | Der Wert ist vor allem technisch wichtig. Er hilft bei der Bewertung von:
pH-Stabilität
Korrosionsverhalten
Kalkbildung
Calcitlösekapazität
Eignung für Leitungen, Armaturen und Wasseraufbereitung
Bewertung von Umkehrosmose, Enthärtung und Remineralisierung | Nein. KS 4,3 ist kein Schadstoff. Ein sehr niedriger Wert kann aber bedeuten, dass das Wasser schlecht gepuffert ist und eher zu pH-Schwankungen oder Korrosion neigt. Ein hoher Wert kann mit mehr Carbonathärte und Kalkbildung verbunden sein. | Umkehrosmosemembran: reduziert Hydrogencarbonat und damit meist auch KS 4,3 deutlich. Aktivkohle : verändern KS 4,3 normalerweise nicht gezielt. | False | Für KS 4,3 gibt es in der Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Der Wert wird eher für die technische Bewertung genutzt, unter anderem im Zusammenhang mit Korrosion und Calcitlösekapazität. Trinkwasser darf nicht korrosiv wirken; dafür werden unter anderem pH-Wert, Leitfähigkeit, Chlorid, Sulfat und Calcitlösekapazität betrachtet. |
| 81 | Selen | Selen ist ein natürlich vorkommendes Spurenelement. In sehr kleinen Mengen ist es für den Menschen wichtig, im Trinkwasser ist es aber kein Stoff, der gezielt enthalten sein muss. | Vor allem durch natürliche Gesteins- und Bodenschichten. Zusätzlich kann Selen durch Industrie, Bergbau, Landwirtschaft, Düngemittel oder Abwässer ins Grund- oder Oberflächenwasser gelangen. | In kleinen Mengen ist es essenziell, bei dauerhaft zu hoher Aufnahme kann es aber gesundheitlich problematisch werden, zum Beispiel für Haare, Nägel, Haut, Leber oder Nervensystem. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion gelöster Spurenelemente und Ionen. Aktivkohle: normalerweise nicht die erste Wahl für gelöstes Selen. | True | 0,010 mg/l, also 10 µg/l. |
| 82 | Sotalol | Sotalol ist ein Arzneimittelwirkstoff aus der Gruppe der Betablocker und Antiarrhythmika. Er wird unter anderem bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Im Trinkwasser ist Sotalol ein unerwünschter Arzneimittel-Spurenstoff. | Vor allem über menschliche Ausscheidungen, Abwasser und Kläranlagen. Arzneimittelrückstände können über Kläranlagen in Gewässer gelangen und dort als Spurenstoffe vorkommen. | Sotalol hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Die möglichen Konzentrationen liegen normalerweise weit unter therapeutischen Dosen, trotzdem ist der Stoff unerwünscht, weil er biologisch aktiv ist und im Wasserkreislauf auftreten kann. | Aktivkohle: relevant für viele organische Arzneimittelrückstände.
Umkehrosmosemembran: breit wirksam gegen viele gelöste Spurenstoffe. | False | Für Sotalol gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Es gehört nicht zu den regulären chemischen Pflichtparametern der Anlage 2. |
| 83 | Sulfonamide | Sulfonamide sind eine Gruppe von Antibiotika-Wirkstoffen. Sie werden bzw. wurden in der Humanmedizin und besonders auch in der Tiermedizin eingesetzt. Im Trinkwasser sind sie unerwünschte Arzneimittel-Spurenstoffe. | Vor allem über Abwasser, Kläranlagen, Tierhaltung, Gülle, landwirtschaftliche Flächen, Sickerwasser und Grundwasser. Sulfonamid-Antibiotika sind vergleichsweise wasserlöslich und können daher über den Boden ins Grundwasser verlagert werden. | Sulfonamide haben im Trinkwasser keinen Nutzen. Sie sind biologisch aktive Stoffe und im Wasserkreislauf unerwünscht. Besonders relevant ist das Thema wegen möglicher Antibiotikaresistenzen, Einträgen aus Tierhaltung und der Belastung von Gewässern und Grundwasser. | Aktivkohle: relevant für viele organische Arzneimittelrückstände, Wirksamkeit abhängig von Stoff, Kohletyp und Kontaktzeit.
Umkehrosmosemembran: breit wirksam gegen viele gelöste Spurenstoffe. | False | Für Sulfonamide gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen Grenzwert. Arzneimittelrückstände werden nicht wie Nitrat, Blei oder PFAS als regulärer Einzelparameter mit Grenzwert geführt. Die Trinkwasserverordnung sieht aber vor, dass bei nicht geregelten chemischen Stoffen ein Höchstwert festgelegt werden kann, wenn eine gesundheitliche Schädigung zu besorgen ist. |
| 84 | Summe PAK 1-6 (berechnet als C) | PAK bedeutet polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Das ist eine Stoffgruppe aus organischen Schadstoffen, die vor allem bei unvollständiger Verbrennung entstehen. „Summe PAK“ meint nicht einen einzelnen Stoff, sondern die zusammengefasste Belastung mehrerer PAK. Wichtig: In der Trinkwasserverordnung wird die PAK-Summe aus folgenden Stoffen gebildet: Benzo(b)fluoranthen, Benzo(k)fluoranthen, Benzo(ghi)perylen und Indeno(1,2,3-cd)pyren. Benzo(a)pyren hat zusätzlich einen eigenen separaten Grenzwert. | Vor allem durch Altlasten, Industrie, Abgase, Ruß, teerhaltige Materialien, belastete Böden oder alte Beschichtungen/Materialien im Wasserkontakt. | Viele PAK sind gesundheitlich kritisch, einige gelten als krebserregend oder potenziell krebserregend. | Aktivkohle: sehr relevant, da PAK organische, hydrophobe Stoffe sind und gut adsorbiert werden können.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | Für die Summe PAK gilt in der Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 0,00010 mg/l, also 0,1 µg/l. |
| 85 | Summe PSM | PSM steht für Pflanzenschutzmittel. Gemeint ist die Summe aller nachgewiesenen und mengenmäßig bestimmten Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe und Biozidprodukt-Wirkstoffe im Trinkwasser. Dazu können auch relevante Abbauprodukte gehören. | Vor allem durch Landwirtschaft, Pflanzenschutz, Biozide, belastete Böden, Oberflächenwasser, Grundwasser und Abschwemmung nach Regenfällen. | Ein einzelner Stoff kann unter dem Grenzwert liegen, aber mehrere Stoffe zusammen ergeben eine Gesamtbelastung. Deshalb gibt es neben Einzelgrenzwerten auch einen Summengrenzwert. | Aktivkohle: sehr relevant für viele organische Pestizide.
Umkehrosmosemembran: sehr breit wirksam gegen viele gelöste Rückstände. | True | Summe: 0,00050 mg/l, also 0,5 µg/l. |
| 86 | Summe Tetrachlorethen u. Trichlorethen | Tetrachlorethen und Trichlorethen sind chlorierte Lösungsmittel. Sie wurden bzw. werden vor allem in Industrie, Metallentfettung, chemischen Reinigungen und technischen Prozessen eingesetzt. | Meist durch Altlasten, undichte Anlagen, Industrieeinträge, kontaminierte Böden oder belastetes Grundwasser. | Beide Stoffe sind gesundheitlich kritisch und haben im Trinkwasser keinen Nutzen. Besonders problematisch ist, dass sie im Boden und Grundwasser relativ lange vorkommen können und häufig mit Altlasten verbunden sind. | Aktivkohle: sehr relevant, da beide Stoffe organische chlorierte Lösungsmittel sind.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | Für die Summe aus Tetrachlorethen und Trichlorethen gilt in der Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 0,010 mg/l, also 10 µg/l. |
| 87 | Summe Trihalogenmethane | Trihalogenmethane, kurz THM, sind Desinfektionsnebenprodukte. Dazu gehören unter anderem Chloroform, Bromoform, Dibromchlormethan und Bromdichlormethan. | Sie entstehen vor allem, wenn Wasser mit Chlor oder chlorhaltigen Desinfektionsmitteln behandelt wird und dabei organische Stoffe im Wasser vorhanden sind. | THM haben im Trinkwasser keinen Nutzen. Sie sind ein unerwünschtes Nebenprodukt der Desinfektion und gelten gesundheitlich als kritisch, besonders bei dauerhaft erhöhter Aufnahme. | Aktivkohle: sehr relevant, da THM organische Stoffe sind und gut adsorbiert werden können.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | die Summe der Trihalogenmethane gilt in der Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 0,050 mg/l, also 50 µg/l. |
| 88 | Temperatur bei Titration KS 4,3 | Die „Temperatur bei Titration KS 4,3“ ist kein eigener Wasserinhaltsstoff, sondern ein Mess- bzw. Begleitparameter. Sie gibt an, bei welcher Temperatur die Säurekapazität bis pH 4,3, kurz KS 4,3, bestimmt wurde. | KS 4,3 beschreibt, wie viel Säure benötigt wird, um das Wasser auf einen pH-Wert von 4,3 zu titrieren. Der Wert zeigt vor allem die Pufferkapazität des Wassers, also wie gut das Wasser pH-Schwankungen abfangen kann.
Wichtig ist KS 4,3 besonders für:
Carbonathärte
Hydrogencarbonat-Gehalt
pH-Stabilität
Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht
Korrosionsverhalten
Eignung für Wasseraufbereitung und Umkehrosmoseanlagen | Nein. Die Temperatur bei der Titration ist kein Schadstoff und kein Qualitätsproblem. Sie dient nur der korrekten Bewertung des Laborwertes. | Umkehrosmosemembran: reduziert Hydrogencarbonat und damit meist auch KS 4,3 deutlich. Aktivkohle: verändern KS 4,3 normalerweise nicht gezielt. | False | Für die „Temperatur bei Titration KS 4,3“ gibt es keinen Grenzwert in der Trinkwasserverordnung. |
| 89 | Tetrachlorethen | Tetrachlorethen, auch Perchlorethylen oder PCE, ist ein chloriertes Lösungsmittel. Es wurde bzw. wird vor allem in chemischen Reinigungen, Metallentfettung und Industrieprozessen eingesetzt. | Meist durch Altlasten, undichte Anlagen, Industrieeinträge, kontaminierte Böden oder belastetes Grundwasser. Es ist kein natürlicher Trinkwasserbestandteil. | Tetrachlorethen hat im Trinkwasser keinen Nutzen und gilt als gesundheitlich kritisch. Es kann bei dauerhafter Aufnahme unter anderem Leber, Nieren und Nervensystem belasten und wird toxikologisch vorsorglich streng bewertet. | Aktivkohle: sehr relevant, da Tetrachlorethen ein organisches Lösungsmittel ist.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | In der deutschen Trinkwasserverordnung gilt für die Summe aus Tetrachlorethen und Trichlorethen ein Grenzwert von 0,010 mg/l, also 10 µg/l. |
| 90 | TOC | TOC bedeutet Total Organic Carbon, also gesamter organischer Kohlenstoff. Er ist kein einzelner Stoff, sondern ein Summenwert für organische Substanzen im Wasser. | Durch natürliche organische Stoffe aus Böden, Pflanzenresten, Huminstoffen und Oberflächenwasser, aber auch durch Abwasser, Landwirtschaft, Industrie, Biofilm, Aufbereitungsrückstände oder organische Verunreinigungen. | TOC ist meist kein direkter Schadstoffwert, sondern ein wichtiger Hinweisparameter. Erhöhte Werte können auf organische Belastung, Biofilm, Verunreinigung oder Aufbereitungsprobleme hinweisen. Außerdem können organische Stoffe bei Desinfektion unerwünschte Nebenprodukte bilden, z. B. Trihalogenmethane. | Aktivkohle: sehr relevant für viele organische Stoffe.
Umkehrosmosemembran: reduziert viele gelöste organische und anorganische Stoffe breit. | True | In der Trinkwasserverordnung gibt es für TOC keinen festen Zahlen-Grenzwert wie bei Nitrat oder Blei. Entscheidend ist: keine anormale Veränderung. |
| 91 | Tribrommethan | Tribrommethan, auch Bromoform, ist ein Trihalogenmethan, kurz THM. Es ist ein unerwünschtes Desinfektionsnebenprodukt. | Es kann entstehen, wenn Trinkwasser mit Chlor oder chlorhaltigen Desinfektionsmitteln behandelt wird und gleichzeitig organische Stoffe sowie Bromid im Wasser vorhanden sind. | Tribrommethan hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es gilt als gesundheitlich unerwünschtes Nebenprodukt der Desinfektion und wird deshalb zusammen mit anderen THM begrenzt. | Aktivkohle: sehr relevant, da THM organische Stoffe sind und gut adsorbiert werden können.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | Es gibt keinen separaten Einzelgrenzwert nur für Tribrommethan. Es zählt zur Summe der Trihalogenmethane. Der Grenzwert liegt bei 0,050 mg/l, also 50 µg/l, für die Summe aus Chloroform, Bromdichlormethan, Dibromchlormethan und Tribrommethan. |
| 92 | Trichlorethen | Trichlorethen, auch Trichlorethylen oder TCE, ist ein chloriertes Lösungsmittel. Es wurde vor allem zur Metallentfettung, Reinigung und in industriellen Prozessen eingesetzt. | Meist durch Industrieeinträge, Altlasten, undichte Anlagen, kontaminierte Böden oder belastetes Grundwasser. Es ist kein natürlicher Trinkwasserbestandteil. | Trichlorethen ist gesundheitlich kritisch und gilt als krebserzeugend bzw. potenziell krebserzeugend. Es hat im Trinkwasser keinen Nutzen und sollte möglichst nicht vorkommen. | Aktivkohle: sehr relevant, da Trichlorethen ein organisches Lösungsmittel ist.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | In der deutschen Trinkwasserverordnung gilt für die Summe aus Trichlorethen und Tetrachlorethen ein Grenzwert von 0,010 mg/l, also 10 µg/l. |
| 93 | Trichlorethen | Trichlorethen, auch Trichlorethylen oder TCE, ist ein chloriertes Lösungsmittel. Es wurde vor allem in der Industrie zur Metallentfettung, Reinigung und als Lösungsmittel eingesetzt. | Meist durch Industrieeinträge, Altlasten, undichte Anlagen, kontaminierte Böden oder belastetes Grundwasser. Es ist kein natürlicher Trinkwasserbestandteil. | Trichlorethen hat im Trinkwasser keinen Nutzen und gilt als gesundheitlich kritisch. Es kann bei langfristiger Aufnahme unter anderem Leber, Nieren und Nervensystem belasten und wird toxikologisch streng bewertet. | Aktivkohle: sehr relevant, da Trichlorethen ein organisches Lösungsmittel ist.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | In der deutschen Trinkwasserverordnung gilt für die Summe aus Trichlorethen und Tetrachlorethen ein Grenzwert von 0,010 mg/l, also 10 µg/l. |
| 94 | Trichlormethan | Trichlormethan, auch Chloroform, ist ein Trihalogenmethan, kurz THM. Es ist ein unerwünschtes Desinfektionsnebenprodukt. | Es entsteht vor allem, wenn Trinkwasser mit Chlor oder chlorhaltigen Desinfektionsmitteln behandelt wird und dabei organische Stoffe im Wasser vorhanden sind. | Trichlormethan hat im Trinkwasser keinen Nutzen. Es gilt als gesundheitlich unerwünscht und wird deshalb zusammen mit anderen THM begrenzt. Besonders relevant ist eine dauerhafte Aufnahme über Trinkwasser. | Aktivkohle: sehr relevant, da THM organische Stoffe sind und gut adsorbiert werden können.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | Es gibt keinen separaten Einzelgrenzwert nur für Trichlormethan. Es zählt zur Summe der Trihalogenmethane. Der Grenzwert liegt bei 0,050 mg/l, also 50 µg/l, für die Summe aus Trichlormethan, Bromdichlormethan, Dibromchlormethan und Tribrommethan. |
| 95 | Trifluoressigsäure (TFA) | Trifluoressigsäure, kurz TFA, ist eine sehr kleine, wasserlösliche und extrem langlebige Chemikalie. Sie zählt zu den sehr persistenten und sehr mobilen Stoffen. Das bedeutet: Sie wird in der Umwelt kaum abgebaut und bewegt sich leicht mit Wasser durch Böden, Flüsse und Grundwasser. | TFA entsteht unter anderem als Abbauprodukt fluorierter Chemikalien, zum Beispiel aus bestimmten Kältemitteln, Pflanzenschutzmitteln, Industriechemikalien und weiteren PFAS-ähnlichen Vorläuferstoffen. Es kann über Luft, Regen, Oberflächenwasser, Abwasser, Landwirtschaft und Industrie in den Wasserkreislauf gelangen. | TFA ist weniger wegen akuter Giftigkeit auffällig, sondern vor allem wegen seiner extremen Langlebigkeit und Mobilität. Einmal im Wasserkreislauf, ist es nur schwer wieder zu entfernen. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass TFA mit herkömmlichen Wasseraufbereitungsmethoden praktisch nicht entfernt werden kann und Einträge möglichst vermieden werden sollten. | Umkehrosmosemembran: eine der relevantesten Haushaltstechniken, aber TFA ist wegen seiner geringen Molekülgröße und hohen Mobilität anspruchsvoll. Aktivkohle: für TFA meist nicht zuverlässig, da TFA sehr mobil ist und kaum an Aktivkohle bindet. | | In der Trinkwasserverordnung gibt es aktuell keinen klassischen Grenzwert für TFA. Das Umweltbundesamt hat jedoch einen gesundheitlichen Leitwert von 60 µg/l abgeleitet; dieser ersetzte den früheren gesundheitlichen Orientierungswert von 3 µg/l. |
| 96 | Uran | Uran ist ein natürlich vorkommendes Schwermetall. Im Trinkwasser ist vor allem die chemische Wirkung relevant, weniger die Radioaktivität. | Uran kann sich aus Gestein und Bodenschichten lösen und so ins Grundwasser gelangen. Besonders relevant ist es bei bestimmten geologischen Regionen oder bei Brunnenwasser. | Uran kann bei dauerhaft erhöhter Aufnahme vor allem die Nieren belasten. | Umkehrosmosemembran: sehr relevant zur Reduktion von Uran und anderen gelösten Metallen/Ionen.
Aktivkohle: normalerweise nicht zuverlässig genug für gelöstes Uran. | True | 0,010 mg/l, also 10 µg/l. |
| 97 | Vinylchlorid | Vinylchlorid ist eine chemische Verbindung, die vor allem zur Herstellung von PVC-Kunststoffen verwendet wird. | Mögliche Quellen sind Kunststoffe und Materialien mit Wasserkontakt, industrielle Altlasten oder belastetes Grundwasser. Es kann außerdem als Abbauprodukt bestimmter chlorierter Lösungsmittel entstehen. | Vinylchlorid gilt als krebserregend | Aktivkohle: sehr relevant, da Vinylchlorid ein organischer Stoff ist.
Umkehrosmosemembran: kann zusätzlich zur Reduktion beitragen. | True | 0,00050 mg/l, also 0,5 µg/l. |
| 98 | | | | | | False | |
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